Zeitkapsel 2113: "Wann gehen wir zu weit"

 

Leitartikel aus dem United Times Archiv

 

veröffentlicht am 21. April 2113

 

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"Wann gehen wir zu weit?"

 

von Hannigan Terrell

 

 

Sofern Sie sich nicht die letzte Woche unter einem Felsen versteckt haben, hörten Sie zweifellos von RSIs neuester "Errungenschaft". Lassen Sie es mich für die Fels-Bewohner noch einmal rekapitulieren: Sie behaupten, sie hätten eine Maschine entwickelt, welche "die Atmosphäre eines Planeten so aufbereiten könne, dass sich eine anhaltend sauerstoffreiche Umgebung bildet, welche bewohnbar für Menschen sei." Kurz, sie reden über Terraforming. Ganz genau, dieses Science-Fiction Zeug. Ich weiß, alle sind aufgeregt wegen der neuen Möglichkeiten, die sich uns erschließen. Aber es scheint, keiner nimmt sich einen Augenblick Zeit, nachzudenken, was das wirklich bedeutet.

 

So ist es wieder mal an mir, die Stimme der Vernunft auszurufen, in dieser Techno-Hysterie. Richtig, liebe Leser und Leserinnen, ich werde die Frage stellen, welche sonst niemand stellt. Sind Sie bereit?

 

Selbst wenn wir einen Planeten terraformen könnten, warum sollten wir das tun?

 

Halten Sie eine Sekunde inne. Denken Sie darüber nach. Ich sage es noch einmal, nur weil wir etwas KÖNNEN, bedeutet das nicht, dass wir es auch tun MÜSSEN. Ich weiß die Experten von SSNtv machen sich gerne über mich lustig und behaupten ich sei technophob. Aber ich sage Ihnen Folgendes, ich hatte kein Problem mit den Klon-Initiativen. Ich hatte noch nicht einmal ein Problem mit dem Codieren von Genen, um Erbkrankheiten zu bekämpfen. Diese Dinge waren Errungenschaften, welche das Leben besser machten. Für wen lohnt sich das jetzt? Wem hilft das weiter? Ab welchem Punkt gehen wir zu weit? Ernsthaft, wir reden hier davon die Luft eines ganzen Planeten umzustrukturieren. Die Planeten, von denen wir hier sprechen, sind aus einem Grund so wie sie eben sind. Wer sind wir, anzunehmen, das Universum warte nur darauf, dass wir Planeten zu unserem Vorteil gestalten? Wir sind keine Götter und mit dem fundamentalen Gefüge herumzuspielen, ist sowohl arrogant als auch gefährlich.

 

Ich weiß, dass ich damit vermutlich auf taube Ohren stoße. Die Welt ist zu beschäftigt damit, sich in ihrer eigenen Großartigkeit zu sonnen, jedoch verspreche ich Ihnen: Es wird nichts Gutes dabei herauskommen.

 

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