UEE-Guide: Das 36. Jagdgeschwader


Das 36. Jagdgeschwader ist eine der ersten aktiven UEE-Einheiten, die mit der Gladius ausgestattet wurden. Ihre Feuertaufe hatte das 36ste gegen die Tevarin und sie wurden seitdem in jedem größeren menschlichen Konflikt der letzten 300 Jahre eingesetzt.

Gefallene Olympus

Das 36ste hat seinen Ursprung in einer der peinlichsten Militärkatastrophen in der Geschichte der Erde. Im Jahre 2571 verfolgte der Träger UEES Olympus eine Bande von Piraten und Rebellen zu ihrem Versteck, welches sich im nur wenig entwickelten Nul-System befand. Die Einheiten des Trägers waren den Piraten und Rebellen weit überlegen, aber der kommandierende Admiral wollte den Ruhm für sich alleine. Er gab den Befehl, sehr nahe am fünften Planeten des Systems, Ashana, vorbeizufliegen. Dies wurde der Olympus zum Verhängnis, denn sie wurde von der Gravitation des Planeten erfasst und stürzte schließlich auf ihn herab. Es gab nur wenige Überlebende an Bord der Olympus.

Diese Überlebenden beinhalteten auch die Luftraumüberwachung des Trägers: Vier Stiletto-Abfangjäger, die der unmittelbare Vorgänger der Gladius waren und zur direkten Verteidigung des Trägers gehörten, sowie zwei weitere, die es noch kurz vor dem Absturz geschafft hatten, zu starten. Um einen schnellen Nutzen aus ihrem unglaublichen Glück zu ziehen, sammelten sich die Rebellen, um den übriggebliebenen Schiffen und Rettungsbooten den Rest zu geben. Was nun folgte, war ein spektakulärer Kampf, denn die sechs leichten Jäger waren in der Lage, ihre Gegner fast eine Stunde lang abzuwehren. Dabei erzielten sie die erstaunliche Anzahl von 37 bestätigten Abschüssen, inklusive eines leichten „Westentaschen-Zerstörers“, den sie mit ihren verbliebenen Energiewaffen abschossen.

Schließlich aber unterlagen die sechs leichten UEEN-Jäger der Übermacht und alle anderen, die den ursprünglichen Absturz überlebt hatten, wurden getötet. Der Black Box Rekorder von Lt. JG Jasmine Tuttle wurde von einem Piraten, der sich Gewinn erhoffte, geborgen und an ihre Familie auf der Erde verkauft. Die Propagandamaschinerie des Oberkommandos der Marine sah sofort die Möglichkeit, den peinlichen und sehr teuren Verlust der Olympus zu überdecken, indem sie die Aufnahme veröffentlichten und die Kampfpiloten zu Märtyrern machten. Das Ergebnis war eine Reihe von patriotischen Werbespots zur Pflichterfüllung, ein staatlich gefördertes, melodramatisches Holovideo (Star Heroes) mit einer Reihe von viertklassigen Schauspielern als stereotype Kampfpiloten und die Gründung des 36. Jagdgeschwaders zu Ehren der Piloten, die bis zum letzten Mann im Nul-System gekämpft hatten.

Die Tevarin-Kriege

Das 36. Jagdgeschwader wurde am 1. Januar 2579 formal in Dienst gestellt und mit den ersten, aus der Produktion kommenden, nagelneuen Gladius-Jägern ausgestattet. Die neuen Jäger waren schnell, wendig und hatten eine leichte Waffenzuladung. Deshalb waren sie die erste Wahl der UEE, wenn es um Abfangmissionen ging. Vor der Gründung der Einheit wurden Patrouilleneinheiten gemeinhin als zweitklassige Bürger betrachtet. Diesen Einheiten wurden, im Gegensatz zu den besser ausgerüsteten, vielseitig einsetzbaren Einheiten, nur Wehrpflichtige oder Akademieanwärter zugewiesen, anstatt sie mit Freiwilligen oder Akademieabsolventen auszustatten. Der erste Auftrag der 36sten war, diese Praxis zu ändern, indem man die besten Abfangjägerveteranen mit dem Training von Patrouillenpiloten anderer Staffeln beauftragte.


Dies alles änderte sich radikal mit dem Beginn des Zweiten Tevarin-Krieges im Jahr 2603. Schon wenige Stunden nach Eingang der formellen Kriegserklärung wurde das Geschwader an die Front beordert. Im Zuge dieses schnellen Wechsels zu einer aktiven Rolle im Kampfgeschehen übernahm das 36ste, welches auf vier Geleitträgern verteilt wurde, den Auftrag, die Hauptstreitmacht von Imperator Messer zu schützen. Trotz einiger Anfangserfolge der Tevarin gegen menschliche Großkampfschiffe, wurde keines der Schiffe, die von dem 36sten und ihren Gladius-Jägern geschützt wurden, während des sieben Jahre andauernden Krieges von einem Torpedo getroffen.

Gegen die Vanduul

Durch ihre Erfolge an der Front hatte das 36ste nie wieder seine Rolle als Ausbildungseinheit aufgenommen. Seit dem Anstieg der Vanduul-Angriffe wurde das 36. Jagdgeschwader regelmäßig auf verschiedene Posten an der Grenze verlegt. Es war ein Kommandant des 36sten, Captain Jordan “Toothpick” Hamton, der die ”Carry and Leap”-Technik entwickelte, mit deren Hilfe drei Jäger im Verbund die stärkeren Vanduul Scythes bekämpfen können. Und es war ein Ersatzpilot des 36sten, dem auffiel, dass leichte Unregelmäßigkeiten auf den Infrarotscannern es den eigenen Einheiten erlaubten, sehr frühzeitig in Asteroidenfeldern versteckte Scythes anzuvisieren.

Während die stark hochgerüsteten Hornets heutzutage problemlos durch die Scythe-Staffeln brechen können, war dies in den Anfangsjahren dieses Konfliktes noch nicht möglich. In der ersten Dekade der Vanduul-Überfälle gehörten extreme Manöver und ein hohes Maß von Kommunikation zwischen den Flügelmännern dazu, um eine Scythe kampfunfähig zu machen oder zu zerstören. Doch die Manövrierfähigkeit war eine Spezialität des Gladius-Designs und effektive Kommunikation untereinander war in den hochqualifizierten Frauen und Männern des 36. Jagdgeschwaders tief verwurzelt. Die berühmteste (bekannteste) Aktion des Geschwaders fand vor relativ kurzer Zeit, am 03. August 2940, statt. Eine Einheit aus zwölf Gladius-Jägern hatte den Befehl, Eskorte für einen zivilen Hull-C Transporter zu fliegen, der Überlebende eines Vanduul-Überfalls an Bord hatte. Während sie ihren Auftrag ausführten, trafen sie auf eine große Vanduul-Versorgungsflotte. Durch die Verwendung der Hull C als Feuerleitstelle und das agieren als geschlossene Einheit, waren die nur leicht bewaffneten Gladius in der Lage, neun vollbeladene Transporteinheiten und ihren leichten Jagdschutz in kürzester Zeit zu zerstören. Dieser Vorfall geschah kurz nach mehreren verheerenden Vanduul-Angriffen und wurde deshalb in den Medien hochgepusht.

Die Zukunft

Einige Einheiten des 36. Jagdgeschwaders sind derzeit an Bord der UEES Sebek im Einsatz. Es gibt nur wenige Informationen zu ihren aktuellen Einsätzen gegen die Vanduul. Aber es erscheinen in den wöchentlichen Verlustlisten immer wieder Piloten des 36sten und das zeigt klar und deutlich, dass sie ständig in Kämpfe verwickelt sind. Das 36. Jagdgeschwader spielte auch in verschiedenen Anti-Piraterie-Operationen eine wichtige Rolle, von denen einige einen höheren Bekanntheitsgrad erlangten. Ein sehr bekanntes Bild zeigt die Nase einer Gladius mit dem Abzeichen des 36sten und zwei Dutzend skizzierte Cutlass, die bei Jagdpiloten üblicherweise ihre Abschüsse anzeigen.

Trotz der viel publizierten “Battle Ready”-Kampagne des Militärs, welche das Ziel verfolgte, ältere Raumschiffe neu zu beleben, sind Fachleute der Meinung, dass die Gladius nur noch weniger als ein Jahrzehnt im aktiven Dienst bleiben wird. Die finale „Kampfwertsteigerung” der Gladius wurde vor acht Monaten ausgeliefert und bringt eine Verbesserung der Waffensysteme und der Steuerungsschnittstellen mit sich. Da es keine Verträge für weitere Upgrades gibt und die Gladius zunehmend Reserveeinheiten, Wachmannschaften und Geschwader der planetaren Verteidigung zugewiesen wird, sieht es so aus, als neige sich die Ära dieser sehr wendigen, leichten Jäger als Speerspitze der UEE seinem Ende entgegen.

Die Gerüchte verdichten sich, dass das 36. Jagdgeschwader eine der ersten Einheiten werden könnte, die auf den schweren Jäger F8A Lightning umstellt. Eine Aussicht, über welche die Piloten der Staffel nicht wirklich glücklich sind. Sie hatten über Generationen bewiesen, dass sie mit einem einfachen, leichten Jäger Großes erreichen können. Nur wenige können es kaum mehr erwarten, das komplexeste Stück Militärausrüstung in der Geschichte der Menschheit zu übernehmen.

Übersetzung:  Kyle_Hawk_Casey   Korrekturlesung  Mr_Yoshi,  Malu23   Originaltext