Galactic Guide: Pyro



“Yo ho ho, there’s a place I know,

the slam’s all clean and the wenches glow,
Yo ho ho, a-Ruin I’ll go,
Mark my jump off to Pyro.”

- Traditioneller Raumfahrer-Shanty

Wenn Spider das Gesicht der Piraterie in der Galaxis ist, dann ist Pyro zweifellos ihr schlagendes Herz. Das sonst öde, leblose Sternensystem wurde durch eine langanhaltende Nova-Phase seiner Sonne verbrannt und ist am ehesten bekannt als die Heimat des Piratenaußenpostens Ruin Station. Genau wie Spider, wurde Ruin Station von Piraten übernommen, nachdem sich die Zivilisation aus diesem System zurückzog. Aber anders als auf Spider hat sich auf Pyro kein geordnetes Schwarzmarktsystem entwickelt, das ähnlich wie der Handel auf normalen Welten funktioniert. Hier befinden sich verfeindete Piratenbanden im ständigen Kampf um die Kontrolle über die Station und den Sektor.

Hintergrund und Entdeckung

Jede Aussicht auf entwickeltes Leben im Pyro-System verschwand schon vor einigen Millionen Jahren, als der Stern zur Nova wurde. Astrobiologen, die die Planeten des ursprünglichen Grünen Bandes des Systems gründlich untersucht haben, fanden kaum Hinweise darauf, dass höher entwickelte Lebensformen an diesem Ort überhaupt wahrscheinlich gewesen wären. Außer Fossilien von Algen wurde nichts Nennenswertes entdeckt. Das System besteht aus sechs zerstörten Welten, die um eine helle, aber letztendlich sterbende Sonne kreisen. Lediglich den zwei Sprungpunkten, die zu bewohnbaren Systemen führen, hat es Pyro zu verdanken, dass es überhaupt besiedelt wurde.

Das System wurde angeblich im Jahr 2401 von einem unter der Flagge der Erde laufenden Tanker namens Roustabout entdeckt. Er war auf dem Weg durch das Taranis-System auf der sicheren alternativen Route zu Kellar’s Run. Der Wachoffizier bemerkte eine Gravitationsanomalie dreißigtausend Kilometer vom Kurs des Schiffes entfernt, untersuchte diese aber nicht näher. Es sollte noch noch weitere 44 Jahre dauern, bis die Besitzer des Tankers, auf der Suche nach neuen Bergbaugebieten, ein Erkundungsschiff in die Region entsandten und Pyro und seine Umgebung offiziell kartografierten. Diese Untersuchung ergab, dass sich das gesamte Sonnensystem in einem Zustand der totalen Auflösung befindet und es so gut wie keine abbaubaren Mineralien gibt. Auch das Terraformen eines der sechs Planeten schien wenig erfolgversprechend.

Neben seiner Entwicklung zu einem Zentrum der organisierten Piraterie erlangte Pyro ebenfalls Bekanntheit in der UEE, weil es als Kulisse für den ersten Level von Orginal Systems‘ Arena Commander diente. Die eisblaue Nova und die gefrorenen, unwirklichen Landschaften der Planeten, die sich langsam in Richtung ihrer Zerstörung bewegen, waren der ideale Hintergrund für die Arena Commander-Designer, um zu zeigen wie interessant eine 3-D-Weltraum-Kampfsimulation sein kann.

Pyro I

Pyro I ist ein verkohlter schwarzer Felsen, der sich langsam in Richtung seiner Sonne bewegt. Dort gibt es so gut wie nichts, was von Interesse wäre. Der Pyro I umgebende Weltraum ist schwierig zu navigieren und man sollte sich nur mit den qualitativ hochwertigsten Schilden dorthin begeben. Da es keine signifikanten Mineralienvorkommen gibt, lohnt es sich nicht, dort zu landen.

Pyro II

Pyro II ist ein kernloser Planet, der ebenfalls in absehbarer Zeit in seiner Sonne verglühen wird. Während der ersten Entdeckung und Erforschung des Pyro-Systems, lag dieser Planet für kurze Zeit im Fokus, weil man glaubte auf ihm beträchtliche Vorkommen von Cadmium, Titan und von der Schwerkraft erschaffene Edelsteine gefunden zu haben. Als ein kleiner „Metallrausch“ ausbrach, beuteten menschliche Handelsflotten sämtliche Vorkommen in nur fünf Jahren aus und ließen diese Welt praktisch als eine leere Hülle zurück.

Pyro III

Der dritte Planet ist der Einzige, von dem man annimmt, dass er sich einst im Grünen Band dieses Systems befand, da man auf ihm winzige, algenähnliche Fossilen entdeckt hat. Aus diesem Grund war er nach der Erkundung dieses Systems der anfängliche Schwerpunkt der Erforschung. Der Nova-Prozess machte Pyro III größtenteils zur Magma-Welt, was den Wissenschaftlern das Leben erschwerte. Da es immer weniger zu erforschen gab, hatten die Wissenschaftler bald genug von Pyro III und dem System im Allgemeinen. Obwohl der Planet technisch gesehen von der UEE als Terraforming-Kandidat klassifiziert wird, ist es sehr schwierig, eine Magma-Welt zu zähmen, weshalb bisher niemand Interesse an einem solchen Projekt gezeigt hat.

Pyro IV & V

Die Kombination von Pyro IV, einem felsigen, merkurähnlichen Protoplaneten und Pyro V, einem riesigen gelb-grünen Gasriesen, ist eine der markantesten stellaren Landschaften, die man bis jetzt im bekannten Weltraum gefunden hat. Pyro IV und Pyro V bilden heute eine Einheit und sind das Resultat eines gewaltigen Meteoriteneinschlages, der die Umlaufbahn des einen Planeten in die des anderen verschob. Es sieht so aus, als ob Pyro V dabei ist, Pyro IV langsam aber sicher zu verschlingen. Dieses überwältigende Schauspiel ist bis jetzt in der ganzen Galaxis unübertroffen. Pyro V eignet sich wegen seines geringen Wasserstoffgehalts in der oberen Atmosphäre nur bedingt als Treibstoffquelle.

Pyro VI & Ruin Station

Der äußerste Planet im Pyro-System ist ein Kleinstplanet und wäre wohl völlig unauffällig geblieben, wäre er nicht die Heimat von Ruin Station, dem einzigen ständig bewohnten Ort in diesem System. Obwohl die Herkunft von Ruin Station anfänglich unklar war (und oft als geheimnisvoll oder konspirativ bezeichnet wird), ist heute allgemein bekannt, dass sie als Gold Horizon Terraforming Station ihr Leben begann. Doch als sich herausstellte, dass es im Pyro-System und den umliegenden Sternensystemen nichts zum Terraformen gab, wurde sie schnell wieder aufgegeben.


Nachdem die ursprünglichen Bewohner die Station verlassen hatten, dauerte es nicht lange, bis sie als Treffpunkt für den Schwarzmarkthandel genutzt wurde. Von da an war es eigentlich nur eine Frage der Zeit bis die Entwicklung einen ähnlichen Verlauf wie auf Spider nahm und sich eine einzigartige Subkultur bildete. Doch anders als auf Spider, wo es noch Ehre unter den Dieben und Piraten gibt, gewinnen hier die Leute mit der größeren Feuerkraft.


Täuschen Sie sich nicht: Ruin Station ist die Heimat von skrupellosen Piraten und sonst niemandem. Sie ist nicht geeignet für den Tourismus, regulären Handel oder auch erfahrene Kopfgeldjäger, die den Nervenkitzel des Kampfes suchen. Die Piraten, die die Station besetzen, sind die Besten der Besten und immer bereit, sich gegenseitig für ein größeres Stück vom Kuchen ein Messer in den Rücken zu rammen. Momentan hat die “Xeno Thread-Bande“ die Kontrolle über die Station, aber das kann sich jeden Augenblick wieder ändern.

Schießereien sind auf Ruin Station an der Tagesordnung, so dass sich die Betreiber der Geschäfte eine Reihe von Sicherheitstüren eingebaut haben, die sich automatisch verriegeln, wenn wieder einmal ein Machtkampf ausgebrochen ist. Eine der wichtigsten Einrichtungen in den schummerigen Hallen von Ruin Station ist Corner Four, eine Reihe von ehemaligen Forschungslaboren, die in Drogenlabore und medizinische Einrichtungen umgewandelt wurden, in denen niemand Fragen stellt. Der wohl einzige sichere und neutrale Ort auf Ruin Station ist eine üble Spelunke mit dem Namen Neutrality. Hier sorgen gut ausgerüstete Schläger, die unter dem Namen „die Cousins“ bekannt sind, für Frieden und Ordnun – zumindest für so viel Ordnung wie notwendig ist, um die Einrichtung und das Personal der Bar zu schützen.

Übersetzung:  Kyle_Hawk_Casey   Korrekturlesung:  Malu23   Originaltext