Galactic Guide: Nyx

Das Nyx-System wurde im Jahre 2582 auf dem Höhepunkt der territorialen Expansion der neu gegründeten UEE entdeckt. Das System besteht aus drei unscheinbaren Planeten, die einen Hauptreihenstern der Klasse F umkreisen. Bemerkenswert aus astronomischer Sicht ist, dass sich Nyx genau an der Grenze zu einem dunklen Nebel befindet, der die Umlaufbahnen aller drei Welten einhüllt. Die Nebelgase erschweren die Sicht erheblich und beinträchtigen die Verwendbarkeit von Scannern entscheidend – etwas auf das die spärliche Bevölkerung des Systems zählt.


Das System wurde ursprünglich durch die Systemerkunderin Carla Larry über einen Sprungpunkt im Stanton-System kartografiert. Carlas offizielle Beanspruchung der Entdeckung zeugt nicht von besonderem Interesse für das System. So schreibt sie, dass es „an wesentlichen Mineralvorkommen oder einem logischen Grund mangelt, um die Ausgaben für ein Terraforming zu rechtfertigen.“

Larry unternahm den Versuch, die drei Welten offiziell als Lou, Morgan und Ashley zu benennen, anscheinend nach drei romantischen Eroberungen, denen sie nachjagte. Gemäß ihrer Standardrichtlinien hat die Regierung der UEE diese Namen nie anerkannt und sie waren auch nie weit verbreitet. Ob die unerschrockene Entdeckerin des Systems damit einen der Namensgeber beeindruckte, ist nicht bekannt.

In den letzten beiden Jahrhunderten hat Nyx an zusätzlichem Nutzen als Wegpunkt auf der Castra-Stanton-Handelsroute gewonnen, mit signifikanten Frachtvolumen, die permanent durch das System bewegt werden. Piraterie ist in kleinerem Umfang nicht ungewöhnlich und wird durch den Systemnebel begünstigt. Reisende werden gewarnt, während der Durchreise nicht von den Standardrouten abzuweichen.

Nyx I

Der erste Planet im Nyx-System ist eine kernlose, hitzedurchflutete Welt, die man schon vor langer Zeit aller wertvollen Mineralien entledigt hat. Kurz nachdem das System entdeckt wurde, stellte eine Routineuntersuchung das Vorkommen hochwertiger Metalle unter der Planetenoberfläche fest. Sobald sich dies herumgesprochen hatte, wurde der Planet kurz zum Schwerpunkt eines von der Armee unterstützten Abbauvertrags mit Gold Horizon. Innerhalb von 50 Jahren war der Planet komplett von seinen Ressourcen befreit. Sein wertvolles Material wurde nach Kilian verschifft, um die zunehmenden Kriegsanstrengungen des Imperiums zu unterstützen. Bis zum Jahr 2630 hatte Nyx I endgültig jeden Nutzen verloren und nur wenige Anzeichen menschlicher Besiedelung blieben erhalten.

Nyx II

Nyx II, eine dunstumgebene, trostlose Welt, wurde einst als Grenzfall für das Terraforming betrachtet. Dicke Wolken aus Säure und Kohlendioxid umgeben die Welt und der Planet befindet sich gerade noch an der inneren Kante der bewohnbaren Zone. Dennoch wurde eine gründliche Untersuchung durchgeführt, ob es denn möglich wäre, ihn bewohnbar zu machen. Das Ergebnis war, dass es zwar möglich wäre, aber Anstrengungen über mehrere Generationen benötigen würden und es abgesehen vom Bau einer durch die Nebelgase besonders gut versteckten Basis nur geringen Nutzen gäbe. Außeneinsätze auf dem Planeten sind tödlich; selbst wenn die Forscher vor den korrosiven Elementen geschützt wären, würde der hohe Druck der Atmosphäre ein Arbeiten unmöglich machen.

Asteroiden & Delamar

In ca. 8 AE (astronomischen Einheiten) Entfernung kreist ein dichter Asteroidengürtel um den Stern des Nyx-Systems. Das Asteroidenfeld ist keine Quelle für wertvolle Mineralien, aber im Zusammenspiel mit dem Nebel ein sehr guter Platz, um sich zu verstecken. Es hat sich eine unbekannte Anzahl an Niederlassungen auf den Asteroiden gebildet und es müssen sämtliche zum Überleben benötigte Dinge des Lebens von außerhalb des Systems importiert werden (die einzige in Nyx verbleibende kaufmännische Gelegenheit).

Diese kleinen, nicht verzeichneten Asteroidenbasen sind die Heimat verschiedener, am Rande der Gesellschaft lebender Kolonisten, die alle irgendetwas suchen, von einem Leben außerhalb der UEE bis hin zu einer Basis, von wo aus sie außerhalb des Gesetzes arbeiten können. Piratenüberfälle, üblicherweise auf Transporte ausgeübt, die Stanton durchfliegen, werden, so nimmt man an, von größeren Basen innerhalb des Feldes ausgeführt.


Die Krönung dieser Niederlassungen ist Delamar, der größte der Asteroiden. Trotz der Größe eines Planetoiden ist Delamar tief im Nyx-Gürtel versteckt. Die Niederlassung wurde durch Freidenker während der repressiven Messer-Ära gegründet und bleibt bis zum heutigen Tag ein Nährboden für politische Radikale und Anti-UEE-Stimmung. Als sich die Reputation von Nyx als „der Platz, um sich zu verstecken“ erhöhte, stieg auch die Anzahl Krimineller, die sich hier ansiedelten. Das Ergebnis ist ein schwelender Konflikt kleiner krimineller Gruppen mit den politisch Radikalen, die der Meinung sind, dass gänzlich rechtswidrige Handlungen deren Botschaft unterwandern.

Delamar kann von jedem, der das System passiert, besucht werden, obwohl dort ein starker Verfolgungswahn herrscht. Jeder, der mit dem Betrieb der Station zu tun hat, scheint sich ständig vor einem großen Polizeiangriff zu fürchten, der, wie sie glauben, jederzeit passieren könnte. Die Wahrheit ist jedoch, dass der kleine Mond so gut versteckt und so schwierig zu erreichen ist, dass die UEE niemals ernsthaft darüber nachgedacht hat, Truppen zu dessen Vernichtung zu entsenden (ganz zu Schweigen von der Tatsache, dass die verbleibenden Dissidenten ziemlich zahnlos sind und in den Medien generell den Eindruck erwecken, als sei ihr Protest ein Selbstzweck).

Nyx III    

Der letzte Planet im Nyx-System, weit vom Licht der Sonne entfernt, ist ein Eisriese – ein riesiger Ball aus gefrorenem Wasser und Ammoniakdampf. Nyx III ist weder ein Kandidat für das Terraforming noch sind irgendwelche Mineralien oder andere Ressourcen vorhanden, die einen Abbau rechtfertigen. Der Planet hat keine atembare Atmosphäre. Während ein Schiff mit einem Lebenserhaltungssystem eine Zeit lang auf der Oberfläche überleben könnte, gibt es nur wenig Grund, so ein Kunststück zu versuchen. Ein Außenbordeinsatz wäre unmöglich und eine Schiffsreparatur im Außenbereich wäre im Vakuum wahrscheinlich einfacher.

Übersetzung:  Oije   Korrekturlesung:  Mr_Yoshi, Malu23   Originaltext