Galactic Guide: Nexus

UDS-2445-3-09, Hathor, „Drehkreuz des Verbrechens“ – In seiner langen Geschichte trug das Nexus-System viele Namen. Nexus ist nur die jüngste und offensichtlichste Bezeichnung. Gelegen an einer strategisch bedeutsamen Kreuzung von Sprungpunkten, war Nexus die umgangssprachliche Bezeichnung für das System, erstmals verwendet im 28. Jahrhundert als Anspielung auf dessen Rolle als Verbindungspunkt zwischen mehreren gesetzlosen Systemen.

Als die UEE das System im Jahr 2931 zurückgewann, versuchten Regierungsvertreter den alten Namen Hathor wieder einzuführen, um die Assoziation mit der Piraterie vergessen zu machen. Allerdings war der Name zu sehr im Gedächtnis des Imperiums verankert und der Versuch wurde nahezu überall verspottet. Schließlich gab die UEE nach und übernahm offiziell den Systemnamen Nexus.

Tatsächlich war der Name immer ein starker Indikator für den jeweiligen Zustand des Systems. Man könnte sagen, dass die Geschichte von Nexus am besten über die verschiedenen Namen verständlich wird, die es im Laufe der Geschichte trug.

UDS-2445-3-09

Nexus wurde am 9. März 2445 von Dominic Thapa entdeckt, einem UNE-Marinepiloten, der das damals als militärisch klassifizierte Cathcart-System auf neue Sprungpunkte untersuchte. Es war das Militär, das dem System seinen ersten Namen gab: UDS-2445-3-09. Kurz darauf kamen Aufklärer in das System und fanden einen bläulichweißen Hauptreihenstern der Klasse A, fünf Planeten und einen mineralienreichen Asteroidengürtel vor.

Die erste Beurteilung des Systems durch die UNE sah Potential, aber auch ein Problem: Dieses bestand darin, dass Nexus nur über Cathcart zugänglich war, zu diesem Zeitpunkt militärisches Sperrgebiet. Anstatt zu riskieren, Cathcart dem zivilen Verkehr zu öffnen, versuchte das Militär zunächst, das Nexus-System für sich selbst nutzbar zu machen. Es terraformte Nexus IV und experimentierte sogar mit dem Terraforming des Smog-Planeten, Nexus II. Unglücklicherweise sah sich die Regierung kurz darauf einem erheblichen Haushaltsloch gegenüber und so wurde die teure Erschließung von Nexus schnell aufgegeben. Das Militär wollte den Zugang über Cathcart noch immer nicht freigeben, daher musste ein Kompromiss gefunden werden. Indem einem einzelnen Konzern ein limitierter Zugang gewährt wurde, sollte die strenge Kontrolle aufrechterhalten werden. So verkaufte die UNE die Schürfrechte in Nexus für eine ansehnliche Summe an die Hathor-Gruppe, was umgehend dabei half, das Haushaltloch zu stopfen. Einige Historiker meinen, diese Entscheidung habe der herrschenden Universalisten-Partei geholfen, ihre Mehrheit bei den knappen Wahlen von 2468 zu verteidigen.

Die Hathor-Gruppe

Die Hathor-Gruppe erwarb im Januar des Jahres 2468 die kompletten Schürfrechte für das Nexus-System. Es war ein bisher nie da gewesener Deal, der die UEE Jahrhunderte später inspirierte, etwas Ähnliches mit dem Stanton-System zu machen. Das sich daraus ergebende Fehlen von staatlicher oder öffentlicher Aufsicht ermöglichte der Hathor-Gruppe, das System völlig nach eigenem Ermessen zu verwalten. Die Kontrolle des Konzerns war so umfassend, dass die Sternenkarten es ab dem 26. Jahrhundert als Hathor-System verzeichneten.


Während Hathor das Sagen hatte, wurden nur wenige Gesetze durchgesetzt. Die militärische Präsenz im benachbarten Cathcart-System verschwand allmählich und das dortige System verwandelte sich in einen Schrottplatz. Solange Rohstoffe abgebaut und Gewinne erzielt wurden, interessierte es die Hathor-Gruppe nicht, was ihre Angestellten und Vertragspartner in ihrer Freizeit machten. Nexus wurde bekannt für sein Glücksspiel, die weit verbreitete Gewalt und unzählige zwielichtige Machenschaften. Neben dem Rohstoffabbau wurde die Kriminalität zum einzigen funktionierenden ökonomischen Motor des Systems.

Die aufeinanderfolgende Entdeckung von drei weiteren Sprungpunkten und der zunehmende Verkehr von benachbarten, von der UEE nicht beanspruchten Systemen verstärkte die Kriminalität nur noch. Banden begannen, die Flugrouten zwischen den Sprungpunkten und Planeten unsicher zu machen und jedes Schiff aufzubringen, das ihren Weg kreuzte. All dies in Verbindung mit dem Würgegriff, in dem die Hathor-Gruppe das System hielt, schreckte die meisten Menschen und Firmen davon ab, das System zu besuchen oder hier geschäftlich aktiv zu werden.

Währenddessen fuhr die Hathor-Gruppe damit fort, die Ressourcen von Nexus III, Nexus IV und dem Elcibre-Gürtel auszubeuten, bis der Gewinn von dem ständig anwachsenden Sicherheitsbudget aufgefressen wurde. Die Hathor-Gruppe gab das System offiziell im Jahr 2672 auf und hinterließ ein unbewohnbares Ödland, vernarbt von Jahrhunderten des Rohstoffabbaus und ohne jede grundlegende zivile Infrastruktur. Es sollte nicht überraschen, was als nächstes geschah.

Das Drehkreuz des Verbrechens

Nachdem die Hathor-Gruppe verschwunden war, bot (insbesondere) die durchlöcherte Oberfläche von Lagos perfekte Schlupfwinkel für kriminelle Gruppen, die in das System kamen und hier ihre Operationsbasen einrichteten. Die Bevölkerung des Systems wuchs an und es schien fast, als könne es Spider den Rang als Zentrum der Unterwelt ablaufen. In dieser Epoche wurde der Name Nexus erstmals verwendet, um die Rolle des Systems als kriminelles Verbindungszentrum zu beschreiben, wobei es einen zusätzlichen Spitznamen erhielt: „Drehkreuz des Verbrechens“.

Jahrzehntelang brachte die UEE nur minimale Anstrengungen auf, um die illegalen Aktivitäten im System einzudämmen. Dann im Jahr 2931, in dem Dean Kellar während seiner berühmten Flucht („Kellars Run“) in das Nexus-System eingedrungen war, versuchte die UEE-Staatsgewalt die Kontrolle zurückzugewinnen. Es war ein Schock für die Regierungsbehörden, als sie erkennen mussten, dass die Kriminellen sich nicht nur weigerten, zurückzuweichen, sondern ebenso ohne Zögern das Feuer auf die Polizeikräfte eröffneten. Als Kellars Flucht schließlich endete, war es dieser Widerstand, der die UEE dazu antrieb, eine Gesetzesinitiative zur Befriedung des Nexus-Systems zu verabschieden und damit den problembehafteten Haufen von rechtsfreien Systemen strategisch zu spalten.

Seitdem hat die UEE eine grundlegende Infrastruktur in Nexus aufgebaut, die auch die Anwesenheit von Militär und Advokatur umfasst. Dennoch können die Bedingungen im System am treffendsten als „riskant“ bezeichnet werden. Die Transportrouten sind weitestgehend sicher und selbst Unternehmen, die das System jahrhundertelang gemieden hatten, haben damit begonnen, hier tätig zu werden. Obwohl die UEE in dem System Fortschritte verzeichnen kann, sollten sich Transportunternehmer darüber im Klaren sein, dass der Kampf um die Kontrolle über Nexus noch im Gange ist. Während die UEE es auf Nexus III geschafft hat, die vormals fest verwurzelten kriminellen Elemente zu verjagen, war das auf Nexus IV (Lago) weder so einfach, noch (bis jetzt) von Erfolg gekrönt.

Nexus I

Dieser Protoplanet umkreist die Sonne des Systems so nah, dass er vollständig versengt wurde. Trotzdem hat das die Hathor-Gruppe nicht davon abgehalten, ihn auf Ressourcen zu untersuchen. Damals wurde nichts von Wert gefunden, was niemanden überraschte.

Nexus II

Nexus II verfügt über eine dichte, stickstoffreiche Atmosphäre. Zunächst hatte die UEE hier mit dem Terraforming von Smogplaneten experimentiert, aber alle Versuche, eine atembare Atmosphäre herzustellen, schlugen fehl. Viele glauben, dass die Kosten für diese missglückten Terraforming-Experimente die UEE dazu zwangen, das System an die Hathor-Gruppe zu „verkaufen”.

Nexus III

Diese von Natur aus bewohnbare Welt war einstmals der zentrale Verteilungsknoten der Hathor-Gruppe, bevor Gesetzlose die verlassenen Anlagen besetzten. Als die UEE beschloss, sich das System wieder anzueignen, war Nexus III ihr erstes Ziel. Nach einem langwierigen Kampf um die Kontrolle des Planeten besetzte ihn das UEE-Militär und baute eine dauerhafte Militärpräsenz auf.

Heute ist der Planet ausschließlich dem Militärpersonal vorbehalten und niemand ohne eine ordnungsgemäße Erlaubnis sollte versuchen, hier zu landen.

Elcibre-Gürtel

Im 26. und 27. Jahrhundert betrieb die Hathor-Gruppe in diesem dünnen Asteroidengürtel ausgiebigen Rohstoffabbau. Jüngste technologische Fortschritte ermöglichten die Entdeckung bisher unbekannter Vorkommen wertvoller Minerale.

Nexus IV (Lago)

Der Name des Planeten, Lago, stammt aus einem berühmten Film des 26. Jahrhunderts über ein fiktives Verbrecherparadies. In den 2920ern wurde dieses Bild zur Wirklichkeit. Die fehlende Präsenz der UEE erlaubte es Gesetzlosen, sich hier in Massen zu versammeln, wie es außerhalb von Spider so nie zu sehen war.

Auf dem Papier hat die UEE große Fortschritte bei der Rückgewinnung des Planeten gemacht. Eine Einrichtung der Advokatur, lokale Polizeikräfte und eine kleine Bevölkerung von Bürgern und Zivillisten wurden aufgebaut. Familien von Einsatzkräften, die auf Nexus III stationiert sind, erhalten großzügige Grundstücksangebote, um dem Planeten respektable Bewohner hinzuzufügen.

Trotz all dieser positiven Entwicklungen hat Lago einige Probleme. Die Siedlungen sind klein, eng und stark verbarrikadiert, um Angriffen von kriminellen Banden widerstehen zu können, die diese für sich selbst erobern wollen. Die Vorräte sind oft knapp. Das alles macht Lago zu einem anziehenden Ort für Transportunternehmer aber nicht zu einem idealen Platz, um dort zu Leben.

Nexus V (Roter Gott)

Dieser Gasriese hat aufgrund seiner verwirbelten Rot- und dunklen Brauntöne von den Einheimischen den Spitznamen „Roter Gott” erhalten. Laut einiger Quellen stammt der Name von den Sang Gestas, einer ominösen Banditen-Gruppe, die glaubte, der Planet verfüge über mysteriöse Kräfte.

Reisewarnung

Obwohl in Nexus große Fortschritte bei der Wiederherstellung von Recht und Gesetz gemacht wurden, sollte jeder, der in das System springt, die drei Punkte des sicheren Reisens beherzigen: Auf den ausgewiesenen Routen bleiben, Umgebung scannen und Schilde hoch!

Ein Flüstern im Wind

„Der heutige Tag markiert einen stolzen Moment in der Geschichte, an dem wir diese Partnerschaft mit der Regierung eingehen, um unser ständig wachsendes Territorium zu erschließen. Ich weiß, dass aus der Zusammenarbeit der Hathor-Gruppe mit der UNE großartiges für dieses System entstehen kann.”
– Jela Martinez, CEO der Hathor-Gruppe, Pressemitteilung, 2468

„So sieht's aus: Wenn Du nur lange genug in Nexus unterwegs bist, kannst du allen möglichen Gestalten begegnen. Es ist so ziemlich das Wer-ist-wer der Schlimmsten der Schlimmen. Wie ich immer sage: Alle Wege führen nach Nexus, und vermutlich wirst Du auf jedem davon ausgeraubt.“
– Telly „Tubs” Garson, Interview in Nexus: Das Drehkreuz des Verbrechens, 2925

Übersetzung: korasani  Korrekturlesung: Mr_Yoshi, Malu23   Originaltext