Galactic Guide: Centauri



Das Centauri-System besteht aus fünf Planeten und drei bekannten Sprungpunkten, die einen großen Hauptreihenstern des Typs A umkreisen. Centauri war eines der ersten Systeme, das während der ursprünglichen Expansion der Menschheit in das Universum besiedelt wurde. Als man das System im Jahre 2365 entdeckte, wurde der UEE sofort das enorme Kolonisationspotential des dritten Planeten bewusst. Umgehend wurde diese Welt in Beschlag genommen und ihr Land zu hohen Preisen an verschiedene Kolonistengruppen verkauft. Das Ergebnis war Saisei, eine der schönsten und genaustens geplanten Welten in der UEE. Im Zuge der Erschließung des Systems wurden die anderen Planeten jedoch weitgehend ignoriert. In den folgenden Jahrhunderten wurden auf diesen Welten allerdings an verschiedenen Stellen verteilte Ressourcen entdeckt, die heute ausgebeutet werden.

Die inneren Planeten

 

Centauris innerste Welt ist ein winziger Protoplanet, der seinem Stern sehr Nahe ist. Centauri I hat weder eine Atmosphäre noch abbaubare Ressourcen. Jedoch ist der Blick vom Orbit dieser Welt auf die Sonne des Systems einfach überwältigend. Eine bekannte Fotografie (häufig als Postkarte erhältlich), die von den ursprünglichen Entdeckern gemacht wurde, zeigt den blau-weißen Stern, dessen Sonnenstürme scheinbar nach dem winzigen Planeten greifen.

 

Centauri II, genannt Yar, war ursprünglich eine Welt ähnlich der Venus, die seitdem von der UEE terraformt wurde. Aufgrund ihrer Nähe zur Sonne ist sie überaus trocken und daher zum größten Teil mit rotem Wüstensand bedeckt. Diesem Umstand verdankt Centauri II sein unverwechselbares Erscheinungsbild. Man findet auf Yar eine Vielzahl von Forschungsstationen, gewerblichen Zwischenstopps und verlassenen Siedlungen, von denen viele mit dem feinen roten Sand des Planeten bedeckt sind (wobei einige gänzlich vom Sand verschluckt wurden). Obwohl es nicht gerade ein Geisterplanet ist, berichten doch viele Besucher von einem Unbehagen, das sie inmitten der verlassenen Einrichtungen beschlichen hat.

 

Warum wird dieser Planet überhaupt erschlossen? Yar erlebte etwa vor einem Jahrhundert eine unerwartete Landnahme, nachdem in einer Gebirgskette wertvolle Mineralien gefunden wurden. Diese Ressourcen waren allerdings schnell ausgebeutet und seitdem geht die Zivilisation des Planeten deutlich zurück. Die größte Landezone dieser Welt ist Archibald Station, ein wissenschaftlicher Außenposten, der zu einer Kleinstadt heranwuchs und dann wieder auf die Größe eines Außenpostens schrumpfe, als das Interesse an diesem Planeten nachließ. Zwar gibt es weitere funktionale Landezonen auf dieser Welt, doch werden diese nicht mehr aufrechterhalten. Es gibt hier zwar noch genug Infrastruktur, um durchgehende Raumschiffe abzufertigen, doch besteht bei der Bevölkerung abgesehen vom Kauf von lebensnotwendigen Gütern nur wenig Bedarf, Handel zu treiben.

Saisei

 

Saisei, der dritte Planet, ist der Grund warum man Centauri besuchen sollte. Diese wunderschöne terraformte Welt wurde seit ihrer ursprünglichen Entdeckung für die menschliche Besiedlung kultiviert. Sie ist eine der wenigen Welten im erforschten Weltraum, deren Gouverneursrat eine Bevölkerungsobergrenze festgelegt hat, um die Umwelt zu schützen und zu erhalten. Saisei ist ein Juwel menschlicher Entwicklung und steht damit in starkem Kontrast zu Yar.

 

Nachdem Centauri erstmals im Jahre 2365 kartographiert wurde, gingen sofort Gebote für die Kolonisierung des Planeten Centauri III ein. Die Kolonistengruppe, die den Zuschlag erhielt, Adjust Colonial, setzte sich hauptsächlich aus japanischen Auswanderern zusammen, die ihren architektonischen und kulturellen Stil aus ihrer Heimat mitbrachten und die Stadt Fujin City damit prägten. Die Kultur Saiseis hat sich seitdem in eine außergewöhnliche Richtung entwickelt und wurde dabei, obwohl sie stark von irdischen Traditionen beeinflusst wurde, zu etwas absolut Einzigartigem. Neben seiner natürlichen Schönheit, organischen Architektur und begrenzter Bevölkerung ist Centrauri ebenso dafür bekannt, das Hauptquartier von MISC, dem Schiffshersteller, der für den Bau des größten Teils der schweren Transportschiffe in der UEE verantwortlich ist, zu beheimaten.

 

Fujin City ist der Ort, an dem die meisten Besucher Saiseis landen. Die Stadt beeindruckt mit einer vollautomatischen Landezone, genannt Saisei Landing Consortium, die eine enorme Anzahl von Raumschiffen abfertigen kann. Private Hangars gibt es hier nur wenige und Grundstücke werden nur zu hohen Preisen verkauft. Die Stadt bietet alle Annehmlichkeiten, die man auch auf der Erde finden kann. Angefangen bei den Schiffshändlern von Astro-Armada bis zu einem Büro der Advocatur (einem systemübergreifenden Organ der Gesetzesvollstreckung). Im Stadtzentrum findet man Ausstellungsräume von MISC, in denen Besucher die neusten Freelancer, Starfarer und Großtransporter bestaunen können. Im Herzen der Stadt befindet sich der Nessa Park, ein wunderschön gestalteter Park, welcher als Oase für Arbeiter, die den ganzen Tag in der Hochtechnologieindustrie arbeiten, entworfen wurde.

 

Die zentrale MISC-Fabrik, eine sorgfältig gefertigte, automatisierte Einrichtung, die auf vielen anderen Welten Nachahmung fand, befindet sich im Umland der Stadt. Der Großteil der MISC Starfarer wird zur Zeit in dieser Einrichtung produziert und dann in enormen Transportern zu anderen Welten transportiert. (Allerdings kann diese vollständig modulare Fabrik jederzeit über Nacht ihre Schiffsproduktion ändern). Es gibt zwar auch eine Reihe anderer schwerer Industrien auf Saisei, doch werden diese stets in einer Weise geplant, welche die Umwelt nicht belastet. Das Resultat ist ein enormer Export von Schiffskomponenten, Luxusartikeln und anderen Gütern der Schwerindustrie, der völlig mit dem wohlverdienten Ruf, der sauberste Planet der bekannten Galaxis zu sein, in Widerspruch zu stehen scheint. Die Botschaft an andere menschliche Welten ist klar: Planung zahlt sich aus!

Äußere Planeten

 

Centauri IV ist eine felsige Welt mit einer interessanten Eigenschaft: Das völlige Fehlen eines geschmolzenen Kerns. Ohne Kern konnte der Planet kein elektromagnetisches Feld entwickeln und war daher nie in der Lage, eine Atmosphäre aufrechtzuerhalten. (Archäologische Studien fanden heraus, dass er für eine gewisse Zeit eine begrenzte Atmosphäre besaß, diese aber letztendlich vor etwa dreihundert Jahren durch den Sonnenwind völlig weggeblasen wurde.) Aufgrund seiner Nähe zum Asteroidengürtel des Systems war Centauri IV ebenso einem schweren Bombardement von Asteroiden ausgesetzt. Die Welt wird als potentieller Kandidat für das Terraforming angesehen, wenn auch kein besonders Guter. Denn die Notwenigkeit spezieller Technologien und Ressourcen, um einen Kern zu produzieren, macht ein solches Unterfangen unheimlich kostspielig und technisch anspruchsvoll.

 

Jenseits von Centauri IV liegt ein dichter Asteroidengürtel, der Einzige im System. Obwohl der Centauri-Gürtel über genug Masse verfügt, um einen Planeten zu formen, ist dies aus unbekannten Gründen nie passiert. Die Region ist reich an gewöhnlichen Schwermetallen und es werden daher gelegentlich Minenbasen errichtet, um Saiseis Schwerindustrie zu versorgen. Der äußerste Planet des Systems, Centauri V, ist ein enormer Super-Jupiter, ein rot-gelber Gasriese, der um ein Vielfaches größer ist als jene, die man normalerweise antrifft. Die Atmosphäre dieser Welt stellt einen hervorragenden Zwischenstopp für Langstreckentransporte dar, welche nach Treibstoff Ausschau halten, wurde jedoch ansonsten nicht weiter erschlossen.

Übersetzung:  Malu23   Korrektur:  Eicirius   Originaltext