Portfolio: Aegis Dynamics

Aegis Dynamics

 

Aegis Dynamics entstand aus einer Fusion zwischen der auf der Erde ansässigen Firma Aegis Macrocomputing und Dynamic Production Systems, das seinen Sitz auf Davien hatte. Erstere produzierte Computersysteme für die aufstrebende Raumschiffbauindustrie, letztere unterhielt Produktionsstätten in vier Systemen (einschließlich Fabriken zum Bau von Spezialkomponenten in ihrem Heimatsystem). Vom ersten Tag an war es das Ziel der durch den Zusammenschluss neu entstandenen Firma, Raumschiffe für die Marine der UEE zu konstruieren. Daher wurde sie, in einer Ära, in der die Menschheit ihre Streitkräfte aufrüstete, maßgeschneidert, um militärische Aufträge an Land zu ziehen. Als Imperator Messer seine Macht zu festigten versuchte, stand Aegis Dynamics bereit, um seine Legionen mit Raumschiffen zu versorgen. Kriegsschiffe wie die Retaliator wurden sinnbildlich für die eiserne Hand der Regierung.

 

Mit dem Sturz Messers im Jahre 2792 schien auch das Ende von Aegis Dynamics gekommen zu sein. Der einst mit dem tyrannischem Regime Ivar Messers eng verbundene Schiffslieferant wurde nun mit den Schrecken dieser Jahre in Verbindung gebracht und hätte daher eigentlich im Mülleimer der Geschichte landen müssen. Nach dem Ende der Messer-Ära machte die Firma grundlegende Veränderungen, um diesem schlechten Ruf entgegenzuwirken, angefangen mit dem Austausch des aggressiven Firmenlogos durch ein weicheres, weniger markantes Design. Der Schaden durch die Assoziation von Aegis Dynamics mit dem Messer-Regime war allerdings bereits entstanden. Mitarbeiter mussten in großem Stil entlassen werden, da militärische Aufträge nun an neue, politisch weniger kompromittierte Firmen, wie etwa Anvil Aerospace und MISC, vergeben wurden.

 

Dann geschah das Unerwartete: Der zivile Markt begann damit, Aegis' militärische Designs für seine eigenen Zwecke umzufunktionieren. Ob aufgrund des zunehmend gefährlichen Weltraumes oder der schieren Zuverlässigkeit von Aegis' Raumschiffen, die Firma, die einst durch die Gunst einer diktatorischen Regierung florierte, wurde nun von jener Bevölkerung angetrieben, die sie zu unterdrücken half. Retaliator-Bomber wurden nun nicht mehr als Symbol imperialer Macht gefürchtet, sondern fanden einen neuen Zweck als private Transportschiffe, mobile Heime, Bergbauschiffe und sogar Feuerwehrschiffe. Die Bürde von Aegis' Vergangenheit verblasste mit der Zeit und die Firma begann sich auf zivile Varianten ihrer Schiffe zu konzentrieren.

Avenger

 

Die Avenger begann ihren Dienst auf den Trägern des späten 28. Jahrhunderts, um an den Frontlinien eingesetzt zu werden. In dieser Funktion sammelte sie zwar eine beachtliche Anzahl von Siegen in Raumkämpfen, wurde letztendlich jedoch von wendigeren Jägern, wie beispielsweise der Hornet, verdrängt. Da sich Raumkämpfe mehr und mehr auf geschicktes Manövrieren fokussierten und die reine Feuerkraft etwas an Bedeutung verlor, wurde die Avenger aus dem aktiven Dienst genommen und zum Standard-Schiff der lokalen Polizeikräfte und der Advokatur, einem systemübergreifenden Organ der Gesetzesvollstreckung, umfunktioniert. Heute verwendet das Militär die Avengers allerdings noch immer als Trainingsschiffe, insbesondere die Variante mit zwei Sitzen, in der sowohl der Schüler als auch der Ausbilder Platz finden.

 

Das aktuelle zivile Model der Avenger wird als Raumschiff für Kopfgeldjäger vermarktet, wobei der zweite Sitz entfernt wurde, um dem Piloten direkten Zugang zu den Zellen zu gewähren. Ebenso wurden die Behälter für die Lagerung von Munition durch traditionelle Frachtaufhängungen ausgetauscht und die übliche außen montierte Leiter durch eine interne Lösung ersetzt, die es dem Piloten erlaubt, mehr Kontrolle über den Ein- und Ausstieg zu behalten.

Gladius

 

Die Gladius ist ein älteres Design, das im Laufe der Jahre immer wieder auf den neusten Stand der Technik gebracht wurde, um mit neuen, moderneren Schiffen mithalten zu können. In militärischen Kreisen wird die Gladius wegen ihrer Schlichtheit und Leistungsfähigkeit sehr geschätzt. Sie ist ein schneller und leichter Jäger, der sich voll auf den Raumkampf fokussiert, was sie zu einem hervorragenden Begleit- und Abfangjäger macht. Aufgrund ihrer geringen Anzahl beweglicher Teile ist die Gladius im Gegensatz zur Hornet sowohl für neue Piloten schneller zu beherrschen als auch für das Bodenpersonal einfacher zu warten.

Retaliator

 

Die Retaliator, einst Symbol von Messers eiserner Faust, ist der Entwicklung von Aegis Dynamics gefolgt und hat sich zu einem Allzweckraumschiff entwickelt. Nach zwei Jahrhunderten, in denen sich das Design des Schiffes immer weiterentwickelt hat, ähnelt es kaum noch dem ursprünglichen Modell. Da sie anfänglich als bodengestützter strategischer Bomber konzipiert wurde, ist die Retaliator in der Lage, eine schwere Bombenlast auf ein planetares Ziel abzuwerfen oder eine Reihe von zerstörerischen Torpedos auf Großkampfschiffe jeder Größe abzufeuern.

Es war die erstaunliche Modularität der Retaliator, die es zivilen Piloten erlaubte, sie für ihre Zwecke anzupassen. Die Bombenschächte konnten entfernt werden, um für Wohnbereiche, Frachtgestelle oder andere Module Platz zu machen. Abgesehen davon gab es eine Unmenge überschüssiger Retaliator, die bei niedriger Luftfeuchtigkeit überall in der Galaxis eingelagert waren und so eine preiswerte Alternative für all jene Piloten darstellte, die mit einem Raumschiff ihr Geschäft beginnen wollten, das eine große Crew ermöglichte.

 

Die daraus resultierende "do it youself"-Einstellung von Retaliatorbesitzern führte dazu, dass eine interessante, sich um Raumschiffe drehende Kultur aufblühte. Obwohl zivile Eigentümer der Retaliator aus allen Schichten der Gesellschaft kommen, hat sich aus ihrer gemeinsamen Liebe zu diesen Schiffen, liebevoll "Talis" genannt, eine Art Bruderschaft entwickelt. Die sogenannten "Bomber Boys" treffen sich auf Retaliator-Conventions, um die interessantesten neuen Verwendungsmöglichkeiten für ihre Raumschiffe zu finden. Zusammenkünfte dieser Bomber Boys sind dafür bekannt, tausende dieser Schiffe an einem Ort zu versammeln und bieten einen interessanten Anblick für jeden, der sich in Sichtweite befindet.

Reclaimer

 

Die Aegis Reclaimer ist heute das sich am besten verkaufende militärische Schiff der Firma. Reclaimer sind schwere Bergungsschiffe, die dafür ausgelegt sind, Kampfverbände zu unterstützen. Sie mögen vielleicht nicht sehr gut aussehen, sind jedoch mit einer Vielzahl von robusten und hochspezialisierten Werkzeugen ausgestattet, welche entwickelt wurden, um im Kampfgebiet von Nutzen zu sein: Langstrecken-Sprungantriebe, Abschussvorrichtungen für Drohnen, Traktorstrahlen, Flutlichtanlagen und vieles mehr.

Auch zivile Surveyor sind häufig im Grenzgebiet anzutreffen, wo sie als Bergungsschiffe und zur Erkundung eingesetzt werden. Eine Mannschaft, die sich mit einer Reclaimer in die Tiefen des Weltraumes begibt, sollte dazu imstande sein, alles zu bergen, worauf sie bei ihren Reisen stößt.

Idris

 

Idris-Fregatten sind die größten Schiffe, die heute von Aegis konstruiert werden. In vorherigen Jahren hatten die Schiffswerften der Firma noch alles bis hin zu Schlachtkreuzern produziert. Die ursprüngliche Idris-M ist ein Kriegsschiff, das an der Seite von Frontlinienschiffen in der UEE-Marine seinen Dienst tut. Die Idris-M ist ein schnelles, gut gepanzertes Raubtier und wird deshalb für alles, angefangen bei lang andauernden Patrouillen über die Erkundung von gefährlichen Sprungpunkten bis hinzu Abfangmissionen, eingesetzt. Eine ordnungsgemäß ausgerüstete Idis-M mit einer gut ausgebildeten Besatzung kann auch als Torpedobomber eingesetzt werden. In Einzellfällen wurde die überlegene Geschwindigkeit und Wendigkeit der Idris sogar erfolgreich gegen Kreuzer eingesetzt.

 

 

Auch lokale Milizen haben die Idris für sich entdeckt, allerdings die leichtere Variante, genannt Idis-P. Durch das Entfernen der auf dem Rückgrat des Schiffes montierten Waffenplattform, konnte sowohl Platz für zusätzlichen Stauraum geschaffen als auch die effektive Höchstgeschwindigkeit angehoben werden. Häufig führen Idris-Ps einige leichte Jäger mit sich, um effektiv gegen Schmuggler eingesetzt werden zu können. Es ist auch nicht unüblich auf eine Idris zu treffen, die mit einer großen Anzahl wertvoller Waren beladen ist. Aus diesem Grund sind einige besonders dreiste Piratenbanden dafür bekannt, hin und wieder eine nicht militärische Idris anzugreifen.

 

Die Idris-P, heute eine Art Luxusartikel, ist in begrenzten Stückzahlen auf dem zivilen Markt erhältlich und trägt dazu bei, Aegis' angeschlagenen Ruf wiederherzustellen. Das Kommando auf einer Idris wird als eine prestigeträchtige Position angesehen und so ist es nicht verwunderlich, dass Bürger oftmals um das Privileg konkurrieren, eines der wenigen Schiffe, die Aegis Dynamics produzieren kann, zu erwerben. Doch die Idris-P ist nicht nur ein Luxusartikel. Dieser Schiffstyp kann effektiv Waren transportieren, ferne Welten erforschen oder in eine ganz andere Rolle schlüpfen, benötigt dafür jedoch eine größere Besatzung als ein Freelancer oder eine Constellation.

Übersetzung:  Malu23   Korrekturlesung:  slicer1    Originaltext